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Von Null auf Hundert

Inzwischen war über ein halbes Jahr vergangen, nachdem ich mich von meinem Freund, der mir am Ende unserer viermonatigen Beziehung nur noch auf die Nerven gegangen war, getrennt hatte. In meiner Erzählung werde ich ihm den Namen Sebastian geben. Jedenfalls wollte mich meine allerbeste Freundin, die ich seit dem Kindergarten kenne, mich wieder unter Leute bringen, um mich ein wenig aufzuheitern. An diesem Abend Ende November war mir eigentlich gar nicht nach feiern zu mute, weil ich einfache wieder meine Winterdepressionen bekomme und die ganze dunkle und kalte Jahreszeit im Bett verbringen wollte. Es war schon eine Menge Überredungskunst notwendig, um mich für eine halbe Stunde zu sich einzuladen. Kathi bat mich noch eine Flasche Kirschlikör für eine bessere Stimmung mitzubringen, aber warnte sie mich auch aufzupassen, damit ich nicht erwischt werde. Also zog ich so gegen 21.00 Uhr los mit meiner Flasche unter der Jacke. Draußen war es schon eisigkalt, selbst für einen November. Nach zehnminütigem Fußmarsch erreichte ich schwer atmend das Haus meiner Freundin, die mich schon mit einem Begrüßungsschnaps erwartete. Ganz aufgeregt erzählte sie mir von ihrem neuen Freund Steve, was mich nicht die Bohne interessierte. Was lässt man nicht alles über sich ergehen für seine beste Freundin und so merkte ich überhaupt nicht, wie ich mein Schnapsglas leerte und Kathi mir immer wieder nachgoss. Sie selbst trank auch ordentlich mit, sodass wir nach einer halben Stunde ziemlich beschwipst und lustig drauf waren. Ans Nachhausegehen dachte ich zu diesem Zeitpunkt natürlich nicht mehr und ignorierte auch die Tatsache, dass meine Eltern in nicht einmal einer Stunde von einer Geburtstagsfeier nach hause kommen würden und ich nicht da sein werde. Ich wollte nur noch Party machen und Spaß haben und nachdem wir uns ein wenig abgeregt und uns frisch gemacht hatten, kamen wir gemeinsam auf die Idee, noch in den Jugendclub zu gehen und die Lage abzuchecken. Natürlich dauerte es eine gewisse Zeit, sich angeheitert anzuziehen und die sonst kurzen 100 Meter zu laufen. So kamen wir wahrscheinlich gegen 23.00 Uhr an. Wer genau da war, kann ich mich nicht erinnern, aber sich bin ich mir, dass Kathi’s Freund Steve da war, zwei oder drei ältere und Daniel. Im Club ist er allgemein als Casanova bekannt, denn jedes neue Mädel wird prompt von ihm angebaggert. Genauso erging es mir. Daniel erkannte natürlich sofort, dass ich schon mächtig einen (oder zwei) im Tee hatte und nutzte die Lage schamlos aus. Er machte mir Komplimente über mein Aussehen und flirtete mich heftig mit seinen Sprüchen an. Dieser Idiot hat mir immer mehr zu trinken gegeben, um seinen Vorteil daraus zu ziehen. Kathi hätte das sicherlich verhindert, aber in diesem Moment unternahm sie einen kleinen Waldspaziergang mit ihrer neuen Flamme. Nach ein paar Spirituosen bot mir Daniel die Brüderschaft an, die ich in meinem Zustand natürlich nicht ablehnte. Ich will ja auch nicht bestreiten, dass ich den Typ nicht attraktiv fand, aber es standen viel zu viele andere Leute um uns herum, die mich anfeuerten. Also konnte ich gar nicht anders. Mein Gegenüber erinnerte mich noch daran, ihm beim Zusammenstoßen der Gläser in die Augen zu sehen, denn sonst gäbe es sieben Jahre schlechten Sex (etwas sinnloseres habe ich ja noch nie gehört), bevor er mir plötzlich näher kam. Im ersten Moment wusste ich nicht, was ich davon halten sollte, doch viel es mir wie Schuppen von den Augen. Was glaubte ich denn, was es hieß auf Brüderschaft zu trinken. Natürlich musste ich ihn nun küssen. Ich dachte noch Augen zu und durch, da war es auch schon vorbei und so schlimm war es ja beim besten Willen auch nicht. Inzwischen war auch Kathi mit ihrem dämlichen Freund wieder da und informierte sich, was ich in der Zwischenzeit gemacht hatte. Begeistert war meine Freundin aus Kindertagen zwar nicht, aber was sollte sie auch machen? Die Gute hatte erreicht, was sie wollte: mich von meiner Depression befreien, wenigstens für ein paar Stunden. Ich erinnere mich an einem Tisch gesessen zu haben. Dort wurde mir ein Bier nach dem anderen serviert (mit Schnaps versteht sich), was mich sehr wunderte. Alle bezahlten ihre Getränke, alle außer mir. Nach einer Weile wurde mir klar, woher die enthemmenden Getränke kommen mussten, aber es war mir dann auch alles egal. Zwischendurch kamen Leute und gingen. An keinen kann ich mich recht besinnen außer an Teddy, der sich zu irgendeinem Streich äußerte, den Kathi und ich ihm vor einiger Zeit gespielt hatten, war mir egal. Ich hab ihn ignoriert, weil er mir einfach unsympatisch vorkam. Jetzt gab es eine kurze Zeitspanne, in der ich nicht weiß, was ich gemacht habe, aber wahrscheinlich das Selbe wie schon den ganzen Abend: Alkohol getrunken. Das Nächste woran ich mich erinnern kann ist, dass ich mit Daniel knutschend auf dem Sofa im Jugendclub saß. Bestimmt lies langsam die Wirkung des Alkohols nach, denn plötzlich war mir übel und ich konnte den Typen absolut nicht mehr ausstehen. Dann laberte der mich auch noch zu, irgendwas von Liebe und so einem Scheiß. Als er meine ablehnenden Gesten bemerkte, fragte Daniel, ob ich schon mal Sex hatte. Im ersten Moment dachte ich, dass es ihn nichts angeht, im Zweiten dachte ich schon wieder an meinen Ex und spürte einen stechenden Schmerz in der Herzgegend und im dritten Moment nickte ich. Ein bisschen war ich selbst von mir überrascht, denn von meinem furchtbaren ersten Mal wissen nur Kathi und ich. Ich beschloss, dem ganzen eine Chance zu geben und redete ein wenig allgemein über Sex. Plötzlich machte Daniel solche Andeutungen und versuchte mich zu begrabschen. Da hab ich nur noch rot gesehen, bin aufgestanden und hinausgegangen. Draußen, auf den Stufen des Clubs setzte ich mich und Teddy versuchte mich zu beruhigen. Zu allem Überfluss klingelt nun auch noch mein Handy. Meine Mutter schrie mich wütend an, dass ich sofort nach hause kommen sollte, was ich dann auch tat. Daniel kam vorher aber noch mal zu mir und hatte sich für sein Verhalten entschuldigt. Das war eingrauenhaftes Ende für einen grauenhaften Tag.
3.8.09 09:31
 


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